Montag, 19. Mai 2008

„Das Geld liegt in der Fabrikhalle, aber niemand hebt es auf“

B.A.U.M. sieht trotz steigender Energiepreise noch starke Einsparpotenziale bei Unternehmen und Privathaushalten:

B.A.U.M.-Umweltpreise 2008 an Klaus Töpfer ,Reinhold Messner und andere

Interview mit dem B.A.U.M.- Vorsitzenden Prof. Dr. Maximilian Gege


Wenn am 2.Juni im Stuttgarter Haus der Wirtschaft Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und Ministerpräsident Günther Oettinger gemeinsam mit Prof. Dr. Maximilian Gege die aktuellen B.A.U.M. Umweltpreise 2008 verleihen, werden wieder spannende Persönlichkeiten ausgezeichnet. So sind die diesjährigen Preisträger des Internationalen B.A.U.M.-Sonderpreises 2008 Reinhold Messner, für sein soziales Engagement für alpine Bergvölker und Prof. Dr. Klaus Töpfer, für sein grenzüberschreitendes Engagement für Umweltschutz und Völkerverständigung. Im Vorfeld hat die B.A.U.M. Pressestelle ein Interview zu der Veranstaltung, ihrer Notwendigkeit und dem Nutzen für die Teilnehmer und Besucher mit dem B.A.U.M. Vorsitzenden Prof. Dr. Maximilian Gege geführt.

Frage: Herr Dr.Gege das Thema Energieeffizienz und Klimaschutz ist derzeit in aller Munde. Was können Unternehmen tun um einen aktiven Beitrag zu leisten.

Dr.Gege: „Das Geld liegt in der Fabrikhalle, aber niemand hebt es auf“, - so formulierte es der Geschäftsführer einer IHK und meinte damit ganz konkret die Reduktion der Energieverbräuche und damit Energiekosten. Die Energiekosten steigen tatsächlich von Jahr zu Jahr und belasten die Kostenrechnung der Unternehmen, wie auch die Haushaltskassen der öffentlichen Hand und privaten Haushalte. Es fehlt Unternehmen oft an fundierten, praxisnahen Informationen, wie energieeffiziente Maßnahmen schnell und erfolgreich realisiert werden können. In vielen Fällen werden aus Unkenntnis zur Verfügung stehende Fördermittel, die sogar Beratungszuschüsse einschließen, leider nicht genutzt oder es fehlt schlicht an Kapital. Deshalb startet der Sonderfonds „Energieeffizienz in KMU“ ein neues Programm. Der Sonderfonds unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei der Umsetzung konkreter Energieeinsparmaßnahmen von mindestens 15 – 20 %. Aber: Fast zwei Drittel der Unternehmen haben keine Experten für Energiefragen im Unternehmen beschäftigt. Zeitmangel aufgrund hoher Arbeitsbelastung und mangelndes Wissen lassen offensichtlich in vielen Mittelstandsunternehmen schnell wirksame Sparpotenziale einfach unentdeckt.

So verschenken die Unternehmen tatsächlich viel Geld.

Hierzu ein Hierzu ein Beispiele aus der B.A.U.M.-Praxis:

Bei Eco +, einem von B.A.U.M. initiierten und in Kooperation mit den Handels-

/Handwerkskammern Freiburg, Ulm und Mannheim durchgeführten sowie

vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Beratungsprojekt für

KMU, ergaben sich durchschnittliche Kosteneinsparungen von 5-10.000 € pro Betrieb/Jahr. Pro Unternehmen ergab sich eine durchschnittliche CO2-Einsparung von rd. 74 t.

Frage: Aber sicher können doch auch Privatpersonen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten?

Dr. Gege: Wie führen momentan in Hamburg gemeinsam mit dem Senat und anderen einen Klimawettbewerb durch (http://www.klimawettbewerb.net/), dabei zeigt sich jede Woche wie auch Privathaushalte gutes Geld mit sinnvollen Maßnahmen sparen können. Auch in diesen Monat konnten wieder drei hervorragende Haushalte ausgezeichnet werden konnten, die mit durchschnittlich 1,5 Tonnen CO2 Emissionen pro Kopf deutlich unter den durchschnittlich 10,8 Tonnen in Hamburg liegen. Dies zeigt, dass die Klimaschutzziele erreichbar sind, wenn es gelingt, die Bevölkerung zum Mitmachen weiter zu begeistern. Viele Maßnahmen sind einfach und kostengünstig umsetzbar wie z. B. Umstieg auf Ökostrom, Einsatz abschaltbarer Steckerleisten und von Energiesparlampen, 1 Grad Temperaturabsenkung bei der Heizung, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Frage: Der B.A.U.M. e.V. vergibt seinen vielen Jahren seine Umweltpreise an Unternehmer, Medienvertreter und Prominente die sich in Sachen nachhaltiger Entwicklung verdient gemacht haben. Welche tollen Taten muss ein Mensch begehen um BAUM-Umweltpreisträger zu werden?

Dr. Gege: Die Personen müssen einfach seit vielen Jahren mit großem persönlichen Engagement und kreativ/innovativ - z. T. gegen Widerstände - Projekte/Maßnahmen für eine Nachhaltige Entwicklung erfolgreich realisiert haben, z. B. im Unternehmen ein Umweltmanagementsystem realisieren und immer wieder energie-, ressourcensparende und klimaverbessernde Maßnahmen einführen.

Frage: Am 02. Juni 2008 bekommen im Stuttgart Haus der Wirtschaft (http://www.baum-umweltpreis.de) Klaus Töpfer und Reinhold Messner die internationalen BAUM-Sonderpreise. Was zeichnet diese beiden Herren aus?

Dr.Gege: Ich möchte nur einige Punkte nennen, die ganze Begründung können Sie in Stuttgart hören und sehen.

Professor Dr. Klaus Töpfer, Jahrgang 1938, hat in seiner langjährigen Tätigkeit als Bundesminister und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) aktiv und erfolgreich die globale Umweltpolitik mitgeformt.

In seiner Funktion als UNEP-Chef hat sich Professor Dr. Klaus Töpfer die weltweite Erschließung Erneuerbarer Energien zum Ziel gemacht und ein 6,7 Millionen US-Dollar-Projekt gestartet, das die besten Wind und Solarenergiestandorte in Lateinamerika, Afrika und Südostasien erfassen soll. Bezeichnend für Professor Dr. Klaus Töpfer ist hierbei sein Einsatz in Ländern der Dritten Welt, denn er verbindet globale Umweltpolitik mit Fragen zur Überwindung von Armut.

Neben seinem ökologischen Engagement übernimmt Reinhold Messner auch soziale Verantwortung für die Bevölkerung in den Hochgebirgsregionen. Seine 2003 gegründete Stiftung, die MMF Messner Mountain Foundation, setzt sich für die Ärmsten der Armen, für das Überleben der Bewohner in den Bergregionen des Himalaja, Karakorum, im Hindukusch, in den Anden oder im Kaukasus ein. Von 1999 bis 2004 war Reinhold Messner als Abgeordneter für die italienischen Grünen Mitglied des Europäischen Parlaments und setzte sich für eine konstruktive, pragmatische Umweltpolitik ein. Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind ihm ein großes Anliegen. Getreu seinem Motto „Ich bin, was ich tue!“

Frage: Welche Bedeutung haben die Umweltpreise für Ihre Träger?

Dr.Gege: Wir bekommen oft die Rückmeldung von den Preisträgern, dass der B.A.U.M.-Umweltpreis

- die Position im Unternehmen/Verband etc. erheblich stärkt,

- Mitarbeiter/Kollegen etc. ganz stolz auf den Preisträger/das Unternehmen sind,

- die Medien sehr positiv über den Preis berichten,

- ein zusätzlicher Schub für weitere "nachhaltige Aktivitäten" entsteht,

- der Preisträger seine Arbeit von außen gewürdigt sieht u.a..

Frage: Können Sie kurz die Besonderheit der B.A.U.M. Jahrestagungen mit Umweltpreisvergabe beschreiben?

Dr.Gege: Einer der Teilnehmer formulierte es so: "Die B.A.U.M.-Jahrestagung ist wie ein Jungbrunnen für mich - interessante Vorträge, herausragende Preisträger, viele nützliche neue Kontakte und Gespräche, interessantes Abendprogramm mit Kultur/Benefizkonzerten."

Frage: Wer sollte alles auf eine solche B.A.U.M. Jahrestagung gehen und warum?

Dr.Gege: Jeder, der sich für die jeweiligen Themen interessiert und der sich gerne mit Gleichgesinnten u.a. anfreunden möchte und auch "Promis" wie Umweltminister des Bundes/Länder, Ministerpräsidenten persönlich erleben will. Außerdem sehen und hören Sie immer herausragende Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen "life" - so wie in Stuttgart:

Reinhold Messner

Rüdiger Nehberg

Professor Dr. Klaus Töpfer

Theo Koll (ZDF - Frontal).

Frage: Letzte Frage Herr Dr. Gege. Welche Aktivitäten lebt B.A.U.M. selber in Sachen Energieeffizient und Klimaschutz vor?

Dr.Gege: Wir nutzen primär die Bahn und öffentliche Verkehrsmittel, unsere Tagungen sind CO2-neutral gestellt, unsere Büros im Haus der Zukunft sind nachhaltig ausgestattet (Vollholzmöbel u.a.), tageslichtgesteuerte Beleuchtung, Einsatz von Recycling-Papier, Energiesparen - wo möglich -, 100% Ökostrom, abschaltbare Steckerleisten.

(Das Interview führte Andreas Geil Freier Journalist / PR-Berater)

Hintergrundinformationen:

B.A.U.M. e.V. ist mit rund 500 Mitgliedern verschiedenster Branchen und Größen Europas größte Umweltinitiative der Wirtschaft. Die Tagung ist ein bedeutender Treffpunkt von und für Umwelt- und Nachhaltigkeitsexperten aus Unternehmen, Wissenschaft, Verbänden, Politik, Medien, Kammern und Kommunen. Wie in jedem Jahr werden wieder hochkarätige Referenten vortragen sowie herausragende und prominente Preisträger präsentiert.

Der B.A.U.M.-Umweltpreis für langjährig im Bereich Umweltschutz und Nachhaltige Entwicklung verdiente Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien wird seit 1993 vergeben. Seit 2004 wird zusätzlich der Internationale B.A.U.M.-Sonderpreis an Prominente, die sich ebenfalls seit vielen Jahren sehr intensiv im Bereich Umweltschutz, Naturschutz bzw. Soziales engagieren, verliehen, 2007 war dies u.a. der Menschenrechtler Rüdiger Nehberg.

Programmeinsicht und online Anmeldung können unter folgenden Links vorgenommen werden:

www.baum-umweltpreis.de und www.efficient-e.de

Zur Person:

Professor Dr. Maximilian Gege, Vorsitzender, BAUM e.V. : Abitur, Banklehre, Tätigkeit als Bankkaufmann bei der Ulmer Volksbank in Ravensburg. Studium der Betriebswirtschaftslehre in Hamburg und Bremen. Promotion an der Universität Bremen. Von 1968 bis 1989 arbeitete er als Prüfungsleiter bei Triumph-International in München sowie als Leiter Unternehmensplanung/Controlling und Direktor für Unternehmensplanung und Umwelt bei der Firma E. Winter & Sohn in Hamburg. Er ist Gründungsmitglied des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V., der heute mit rund 500 Unternehmen verschiedener Größen und Branchen der größte Unternehmenszusammenschluss dieser Art in Europa ist. Seit 1984 ist Professor Dr. Maximilian Gege geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Seit 2005 ist er Vorsitzender des Vorstandes des B.A.U.M. e.V. Professor Dr. Maximilian Gege bekleidet zahlreiche Funktionen in Aufsichtsräten, Jurys und Beiräten sowie ehrenamtliche Tätigkeiten und ist Gründer der Stiftung Chancen für Kinder. B.A.U.M. e.V. wurde 1991 in "Anerkennung der hervorragenden praktischen Leistungen zum Schutz zur Verbesserung der Umwelt" mit der Aufnahme in die Global 500 Roll of Honour der Vereinten Nationen ausgezeichnet. Professor Dr. Maximilian Gege erhielt rund 15 nationale und internationale Auszeichnungen und Ehrungen für sein umfassendes Engagement. Seit 2001 ist er Honorarprofessor an der Leuphana Universität Lüneburg.

Prof.. Dr. Gege steht vorab und auch während der Veranstaltung in Stuttgart für einige Interviews zur Verfügung. Mit den Preisträgern Klaus Töpfer und Reinhold Messner können wir eine kleine Anzahl an Interviews vergeben. Bitte melden Sie sich bei:

Andreas Geil

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

B.A.U.M. e.V.

Telefon: 02154-953293

Fax: 02154-953296

Mobil: 0177-6117708

E-Mail: presse@baumev.de

Und

B.A.U.M. e. V.

Prof. Dr. Maximilian Gege, Vorsitzender

Maximilian.gege@baumev.de

Tel.: 040 / 49 07-1102

Dienstag, 26. Februar 2008

»Den Druck aushalten«

Sei kein Wattebausch: In Dortmund gab es eine Konferenz über Sportjournalismus.

Auch wurde in einer »Dortmunder Erklärung« die Freilassung des chinesischen Bürgerrechtlers Hu Jia gefordert, der im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 in Peking wegen »Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt« verhaftet und dessen Familie unter Hausarrest gestellt wurde.


Stehen Sportjournalisten unter besonderem ökonomischen Druck?

Im Milliardengeschäft Sport standen Journalisten schon immer unter Druck. Doch zur Zeit erhöhen sich die Kräfte aus Wirtschaft, Politik und Sport, die auf sie einwirken. Außerdem ist es ja nicht so, daß Intendanten, Chefredakteure oder Ressortleiter den recherche-orientierten Sportjournalismus vorurteilsfrei fördern würden. Ganz im Gegenteil. Viele dieser Hierarchen setzen Sport- mit Unterhaltungsjournalismus gleich und schieben finanzielle Interessen in den Vordergrund, etwa wenn viel Geld für Übertragungsrechte bezahlt worden ist. Ich sage allerdings auch: Ein Journalist sollte derartigen Druck aushalten und nicht beim ersten Gegenwind wie ein Wattebausch davonfliegen. Journalisten haben im Sinne ihrer Kunden Haltung zu bewahren und Öffentlichkeit herzustellen. Sie dürfen keine Promoter sein.

Zum Beispiel Promoter der Fußballbundesliga?

Bundesliga-Berichterstattung der TV-Rechteinhaber, der Boulevardmedien, aber in großen Teilen auch der Qualitätsmedien ist, auf den Kern reduziert, Promotion für einen gigantischen Wirtschaftsbetrieb. Manche mögen es Rechercheleistung nennen, wenn Sportreporter Details über Transfers von Spielern und Trainern erkunden. Aber auch das ist letztlich nur Promotion, denn jeder Bericht über die üblichen Transfergerangel erhöht doch nur die Summen, die die Beteiligten rausschlagen wollen. Wirkliche Recherchen sind selten. Freddie Röckenhaus und Thomas Hennecke haben es geschafft, die finanzielle Schieflage von Borussia Dortmund zu enthüllen. Andere wie Andrew Jennings oder Thomas Kistner befassen sich mit den Machenschaften im Weltverband FIFA und damit auch mit Korruptionsthemen. Aber fast alle Reporter, die sich stolz Football Writer nennen, gehen die harten Themen nicht oder nur ganz selten an. Mißwirtschaft, Korruption und Doping im Fußball – das sind meist noch Tabuthemen, auch in Qualitätsmedien.

Hat das auch Auswirkungen auf die Vergabe von Akkreditierungen zu Fußball-Länderspielen, Euro- oder Weltmeisterschaften?

Ich glaube nicht, daß es sich in Deutschland jemand erlaubt, diese Journalisten von Großereignissen auszuschließen. Mir hat der ehemalige NOK-Präsident Walther Tröger mal gesagt: »Sie glauben doch nicht wirklich, daß ich so blöd wäre und mich in die Vergabe der Akkreditierungen einmische?« International, vor allem in der FIFA, sieht das schon anders aus. Andrew Jennings wurde zur Persona non grata erklärt und erhält seit sechs Jahren keine Akkreditierungen für FIFA-Veranstaltungen. Mich selbst hat die sogenannte FIFA-Ethikkommission im Februar 2006 bei der WM zur Persona non grata erklärt, aber FIFA-Präsident Sepp Blatter hat das zurückgenommen, weil er wußte, was das für ein PR-Desaster geworden wäre. Gemeinsam mit internationalen Kollegen, initiiert von der Vereinigung »Play the Game«, haben wir es 2006 übrigens geschafft, eine WM-Akkreditierung für Lasana Liburd aus Trinidad zu erhalten, der Enthüllungsgeschichten über die Privatgeschäfte des FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner geschrieben hat. Warner verweigerte ihm die Akkreditierung.

Meinen Sie, die von Ihnen organisierte Dortmunder Konferenz hat auch praktische Konsequenzen?

Praktische Konsequenzen? Niemand von uns kann den Journalismus ändern. Wir können nur Beispiele zeigen, daß es auch anders geht, als im Strom mitzuschwimmen. Daß es sich lohnt, zu recherchieren und andere Themen jenseits des PR-belasteten Mainstreams aufzugreifen. Eine der Grundaufgaben des Journalismus ist es, Mißstände aufzudecken. Daran erinnern wir. Und wir versuchen, unser Wissen, unsere handwerklichen Fähigkeiten weiterzuvermitteln. Wir versuchen, uns weit über den Journalismus hinaus zu vernetzen, also beispielsweise mit Wissenschaftlern, die noch nicht den Kontakt zum wirklichen Leben verloren haben und den Verlockungen ihres Berufsstandes, die ja viele Parallelen zu den Verlockungen im Journalismus aufweisen, noch nicht erlegen sind. Wir versuchen, in praktischen Workshops Tools für die tägliche Arbeit zu vermitteln. Das Interesse daran ist riesig. Die Reaktionen auf die Sportjournalismus-Konferenz in Dortmund, die erste dieser Größenordnung in Deutschland überhaupt, waren teilweise euphorisch. Es wird also eine Fortsetzung geben.

Den Vortrag von Jens Weinreich und weitere Informationen finden Sie hier:

Quelle: Junge Welt 21022008

Montag, 21. Januar 2008

Google verbessert sein Werbe-Auktionssystem

Das IT-Portal Golem-News berichtet am 11.01.2008:

Google verbessert sein Werbe-Auktionssystem
Conversion Optimizer für AdWords soll für optimale Gebote sorgen

Mit dem "Conversion Optimizer" erweitert Google sein Auktionsverfahren für Online-Werbung. Dabei werden Gebote automatisch so angepasst, dass eine Obergrenze der Kosten pro Akquisition nicht überschritten wird.

Abgerechnet wird auch beim "Conversion Optimizer" weiterhin nach Klicks auf die Anzeigen (Cost-per-Click, CPC), dennoch können AdWords-Nutzer eine maximale Zahl für die Akquisitionskosten (Cost-per-Acquisition, CPA) festlegen. Googles System sorgt dann durch Anpassung der Gebote für Klicks dafür, dass diese Grenze eingehalten wird.

Werbetreibende sollen so mit weniger Aufwand eine ihrem Budget entsprechend maximal hohe Zahl an Transaktionen erzielen. Getestet wird diese Funktion schon seit September 2007, ab sofort steht das System allen Nutzern zur Verfügung, die mit ihren AdWords-Kampagnen in den letzten 30 Tagen 200 Transaktionen erzielt haben, gemessen mit dem Conversion Tracking von AdWords.

Details zu Googles Adwords Conversion Optimizer finden sich unter google.com/adwords/conversionoptimizer. (ji)

Mein Kommentar dazu:

Der Conversions Optimizer ist schon eine gute Idee, allerdings wird diese Idee falsch von Google und auch von anderen Medien kommuniziert. Denn es reicht nicht 200 Conversions mit seinen Kampagnen pro Monat erwirtschaftet zu haben. Die wahre Voraussetzung pro Kampagne die man umstellen möchte, muss man 200 Conversions erwirtschaftet haben. Wenn man nun verschiedene Produktmarken oder Warengruppen hat, steht man angeschmiert da. Man kann also nur die Kampagnen zusammenfassen um auf die geforderten 200 Conversions zu kommen. Dieser Weg bedeutet aber logischerweise weniger Differenzierung in den einzelnen Kampagnen. Absicht oder hat Google da nicht nachgedacht?

Schauen Sie auch hier: http://blog.druckkostenschock.de/
oder hier:

Donnerstag, 20. September 2007

Spreeblick berichet über Schäublone

Ist die Schäublone eine Beleidigung?

Laut jetzt.de ist gegen einen 22-jährigen Informatikstudenten, der die Schäublone an eines der Fenster seines Autos geklebt hatte, Anzeige erstattet worden। Während einer Polizeikontrolle war einem der Beamten der Gedanke gekommen, es könne sich bei dem Konterfei Schäubles über dem Schriftzug Stasi 2.0 um eine Beleidigung handeln. Ob dem Beamten auch der Gedanke gekommen ist, es könne sich bei dem Gebaren Schäubles um Verfassunsgverunglimpfung handeln, ist nicht bekannt. Aber die Verfassung ist auch nicht durch das Strafgesetzbuch geschützt. Nur durch uns.

Mein Kommentar dazu:

Ich halte den kurzen Bericht von Malte auch für sehr gut. Leider gibt es ja JETZT nicht mehr als Magazin. Das was Schäuble, Jung und Beckstein gerade versuchen in Deutschland durchzusetzen ist doch eine wirklich Bedrohung der so genannten Freiheitlichen Demokratischen Grundordnung. Das die Polizei in Bayern immer noch so reagiert wundert aber auch nicht wirklich. Die STASI hatte noch nicht so tolle technische Mittel zur Verfügung. Ob das jetzt STASI 2.0 heißen muss, lasse ich mal dahingestellt. Allerdings haben auch die Methoden in Rostock gezeigt,hier werden Dinge ausprobiert um diesen Staat in eine bestimmte Richtung zu verändern. Lasst Euch also nicht einlullen vom Wirtschaftswunder 2.0

Bildsprache für Fortgeschrittene


Der große Beatpoet Allen Ginsberg sagte in Martin Scorcese Film „No Direction Home“ über Bob Dylan „er sei eine Pilar aus Atem geworden“ als Dylan "It`s Alright Ma I`m Only Bleeding" spielte, so gleicht auch Handkes Erzählen mehr und mehr einer Atembewegung in der sich die Bilder einander eigenständig losgelöst verfolgen। Auch in diesem Buch setzt Peter Handke die Geschichte fragend in Bewegung.Augenscheinlich geht es um eine Musikantin/Sängerin mit göttlichen Eigenschaften, welche der Erzähler der ganzen Novelle lang folgt. Am Ende wird allerdings deutlich das vor allem um ein Kind geht, welches verloren gegangen ist und wiedergefunden wird. In der Zwischenzeit bewegen wir uns durch Europa, am Anfang sind wir in einer Stadt, die vielleicht, oder auch nicht, mit Salzburg identisch ist. Jedenfalls spielt Salz -- das Kalisalz -- eine zentrale Rolle und so findet die Geschichte ihren Wendepunkt im tiefsten Inneren eines Salzberges. Dieser Berg befindet sich in einem toten Winkel irgendwo in Europa, wo die Frau ankommt auf einem Schiff mit dem Namen DER AUSWANDERER.


Handkes filmischer Blick bietet ihm die Gelegenheit, vielen seiner beliebten Themen nachzugehen. So begegnen wir einem Querfeldeinwanderer, ein typischer Handke Terminus, der sich vielleicht nicht nur auf die Bewegung durch die Landschaft bezieht, sondern auch auf das Werk des Erzählers selbst. Am Ende der Geschichte begegnet das Kind sogar einem Querfeldeinradfahrer, eine Figur mit der Handke normalerweise wenig zu tun hat, aber dieses Mal ist es einer der fährt ohne das übliche Dress und den Helm auf dem Kopf, er spricht sogar das Kind an mit den Worten: "Dort hinten steht ein Pilz, ein Schöner". Auch der Genuss vom Pilzefinden, ist ein bekanntes Thema und so wird die Geschichte bestimmt, von diesen Bildern in denen Handke viele der Probleme der Jetztzeit andeutet; aber wie er das schon in "Die Lehre der St Victoire" getan hat, trotzdem immer Möglichkeiten sieht, zur wahrhaften Empfindung. Dieses Empfinden findet man vor allem dort, wo man es zuletzt erwarten würde. Das seinen Lesern deutlich zu machen ist Handkes großer Verdienst und in dieser Novelle gelingt es ihm in knapp 160 Seiten.

Wenn Sie uns jetzt fragen wie wir Allen Ginsberg, Martin Scorcese, Bob Dylan und Peter Handke in eine Vorwintergeschichte bekommen? Dann möchten wir Sie auf die Werke von E.M. Cioran hinweisen: Angesichts des Todes schwanke ich unaufhörlich zwischen dem "Geheimnis" und dem "GARNICHTS".

* * *

Andreas Geil (Berlin/Niederrhein) / Peter Bisschop (Edinburgh) tauschen sich seit vielen Jahren über die Werke von Peter Handke, E.M.Cioran und Bob Dylan aus.

Kali
Eine Vorwintergeschichte
Erschienen: 03.02.2007
160 Seiten, Englische Broschur
Euro 16,80 [D] / Euro 17,30 [A] / sFr 29.70
(ISBN 978-3-518-41877-2)

Freitag, 30. März 2007

AG Kommunikationswelt: Lass dich impfen!

Technorati ProfileAG Kommunikationswelt: Lass dich impfen!

Lass dich impfen!

Radiosender verbreiten unlautere Pharmawerbung

Zuerst reimten Kinder Verse, dann machte eine Männerstimme auf die "große Impfaktion" gegen Hirnhautentzündung bei Kleinkindern aufmerksam. Das klang so, wie wenn der Hausarzt an ein Versäumnis erinnert, freundlich, aber bestimmt. Die Hörer dieses Radiospots, den viele Hörfunkstationen von Dezember 2006 an sendeten, mussten denken, dass es sich um eine Kampagne der Bundesregierung handelt, die impfskeptische Eltern überzeugen sollte. Doch finanziert hat den Spot der deutsche Zweig der amerikanischen Pharmafirma Wyeth
Dem für Impfungen zuständigen Robert Koch Institut in Berlin sowie einer Selbstauskunft von Wyeth zufolge stellt das Pharma-Unternehmen als einziges den Impfstoff her, der die von Pneumokokken verursachte Hirnhautentzündung bei Kindern zwischen drei und 24 Monaten bekämpfen soll. Nur erwähnt wurde dieses Detail nicht.

Manfred Nickel vom Deutschen Werberat findet den anonymen Impf-Spot irreführend. Er verweist auf die Regeln von Integritas, dem Verein zur Wahrung einer lauteren Werbung auf dem Gebiet des Gesundheitswesens, der zuständig ist für die Beantwortung rechtlicher Fragen zur Heilmittelwerbung: Unabhängig davon, ob sich ein Unternehmen den Bestimmungen des Pharmakodexes unterworfen hat oder nicht, sei der Grundsatz der Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt zu beachten, sagt die Integritas-Rechtsanwältin Andrea Schmitz. Das ergebe sich sowohl aus dem Heilmittelwerbegesetz als auch dem Rundfunkstaatsvertrag. "Es ist eine Art der Irreführung, wenn der Verbraucher sich eine falsche Vorstellung von der Herkunft des Inhalts macht", sagt Schmitz, "selbst wenn man, wie in diesem Fall, keine konkrete Produktwerbung, sondern Image- oder Themenwerbung annehmen möchte."

Anke Fischer-Appelt, die die Rechtsabteilung der WDR-Tochter Mediagroup leitet, erklärt, dass man beim WDR den Spot auf offensichtliche Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz geprüft habe, solche aber damals nicht erkennen konnte. Wyeth sei jedoch mitgeteilt worden, der Spot werde abgesetzt, sobald sich ein neuer Sachstand ergebe. "Die Grenzwertigkeit hat sich erst nach der Ausstrahlung herausgestellt", so Fischer-Appelt.

Seit diesem Montag, nach Anfragen der Süddeutschen Zeitung bei der WDR-Mediagroup und bei Wyeth, wird der Impf-Clip in den WDR-Programmen nicht mehr ausgestrahlt. Andere öffentlich-rechtliche und auch private Sender haben die anonyme Werbung daraufhin ebenfalls aus dem Programm genommen. Nach Auskunft des Wyeth-Sprechers Timm Volmer wurde der Spot inzwischen um den Hinweis auf eine Internetseite für weitere Informationen sowie den Herstellernamen ergänzt. Am heutigen Donnerstag soll er "voraussichtlich" wieder auf Sendung gehen.

Davon weiß man aber beim WDR und anderen Radiostationen offenbar noch nichts. "Der Spot liegt uns noch nicht vor", sagt Fischer-Appelt von der Mediagroup. "Generell haben wir uns aber entschlossen, aufgrund der vielen kritischen Zuschriften keine Werbung mehr für das Impfen gegen bestimmte Krankheiten auszustrahlen."HANNO CHARISIUS, ANDREAS GEIL

(SZ vom 8.2.2007)